Für ein lebenswertes Dorf, gegen Massentierhaltung!

Auf dem ehemaligen LPG-Gelände, wo heute der Storch nistet, soll nach dem Willen der Landwirtschaft Golzow Betriebs-GmbH und dem Landkreis bald eine Mastanlage mit knapp 15.000 Tieren entstehen.

  • Unser Reitwein will Landwirtschaft und Tierhaltung in Reitwein, aber keine industrielle Massentierhaltung. Der Bürgerinitiative geht es darum, die eigene Dorfentwicklung aktiv mitzugestalten. Sie will die „Perle des Oderbruchs“ und die sie umgebende Natur auch langfristig für Tiere, Pflanzen und Menschen gesund und lebenswert erhalten.
     
  • Unser Reitwein schaut den Ämtern und Landwirtschaftsbetrieben genau auf die Finger, schafft Öffentlichkeit, informiert im Dorf und übt Druck auf die Politik aus.

Dorfspaziergang mit Zukunftsvisionen

Es war ein typischer sonniger Sonntag, an dem uns die Grünen in Reitwein besuchten und eine Menge Beispiele unserer gesunden Dorfentwicklung sahen. Eine Entwicklung, die vernetzt und nachhaltig ist und durch eine Massenmastanlage in Gefahr.

Besuch der Landespolitik im Oderbruchdorf Reitwein

Im Rahmen seiner Sommertour RespekTIER besucht Benjamin Raschke, Vorsitzender und tierschutzpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis90/Die Grünen im Brandenburger Landtag, das südlichsten Dorf im Oderbruch.

Um Massentierhaltung und eine selbstbestimmte Dorfentwicklung geht es am 04. Juli in Reitwein. Benjamin Raschke ist am Vormittag (10:30-13:30) zu einem Dorfspaziergang durch die „Perle des Oderbruchs“ und zur Diskussion eingeladen. Außerdem wird er der Reitweiner Wildblumengärtnerin Nina Keller bei der Ernte zur Hand gehen. Ihr Beispiel wie auch der experimentelle Anbau von Linsen im Ort durch den Bauernhof Erz zeigen, wie bunt Landwirtschaft jenseits von Massentierhaltung sein kann. Mehr dazu …

Ungesunde Entwicklung im Oderbruch

Karte zeigt die Konzentration von Massentierhaltungsanlagen in unserer erhaltenswerten Natur- und Kulturlandschaft

Mastanlagen im Oderbruch
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Die von einem Cloppenburger Investor geplante Putenmast in Reitwein ist eine von vielen Massenmastanlagen, die in den letzten Jahren im Oderbruch aus dem Boden gestampft werden. Derzeit sind allein für Geflügel schon über 20 Anlagen mit Zehn- bis Hundertausenden Tieren in Betrieb. Wenigstens neun weitere mit über einer halben Million Tierplätze befinden sich im Genehmigungsverfahren. Weiterlesen…

Das Ende von industriellem Billigfleisch in Deutschland

Aldi steigt aus (zur Pressemitteilung), REWE und Edeka wollen folgen

Im Oderbruch fragen wir: Warum sollten wir neue Ställe hinnehmen, wenn das in diesen Ställen erzeugte Fleisch schon bald nicht mehr verkauft werden kann?!

Wer von dem Schritt überrascht ist, hat die Entwicklung der letzten Jahre verschlafen. Billigfleisch ist nach vielen Skandalen, Berichten über multiresistente Keime und verseuchtes Trinkwasser und unerträglichen Bildern von gequälten Tieren in Verruf geraten. Jetzt kündigt Aldi an, dass sie schon in vier Jahren in ihren Geschäften kein Fleisch mehr anbieten werden, das nur die gesetzlichen Vorgaben für die Tierhaltung erfüllt. Ab 2030 soll dann nur noch Fleisch der Haltungsformen 3 und 4 verkauft werden – das entspricht Biofleisch bzw. einer Haltung mit deutlich mehr Platz und Frischluft als heute üblich. REWE und Edeka kündigten in einer ersten Reaktion ähnliche Schritte an. Die im Oderbruch betriebenen und geplanten Ställe erfüllen diese Anforderungen überwiegend nicht, der Markt für ein solches Billigfleisch wird kleiner und auf absehbare Zeit verschwinden.

Wir finden: Wenn der Handel vorangeht, hat die Politik geschlafen. Besonders im Oderbruch verschläft sie eine offensichtliche Entwicklung und die nötige Weichenstellung in eine gesunde Zukunft – für Mensch, Tier und Land(wirt)schaft.

Widerspruch in Golzow erfolgreich

Landesamt für Umwelt entzieht Hähnchenmastplänen die Genehmigung

Die Bürgerinitiative in Golzow hat Grund zum Feiern. 2019 war dort eine Massenmastanlage am Ortsrand für über 70.000 Hühner genehmigt worden. Zwei Jahre später sind die Pläne vom Tisch. Unser Golzow hatte sich gewehrt und vor dem Verwaltungsgericht einen Baustopp erstritten, der später vom Oberverwaltungsgericht bestätigt wurde. Am 26. Mai entschied jetzt das Landesamt für Umwelt Brandenburg, dem Widerspruch der Bürger abzuhelfen, wie es heißt, und die Genehmigung aufzuheben.

Aufatmen kann das Oderbruch aber noch lange nicht. Die Widersprüche für die Anlage in Reitwein sind noch nicht entschieden und es sind in der Region inzwischen noch viele weitere Bauanträge für Massentierhaltungsanlagen gestellt worden, eine davon soll nur wenige hundert Meter vom Seelower Krankenhaus entfernt entstehen.

Immer mehr Bürgerinitiativen im Oderbruch

Seit Jahren kämpft Unser Reitwein solidarisch mit Unser Golzow gegen die geplanten Massenmastanlagen in ihren Dörfern und im ganzen Oderbruch. Jetzt bekommt der Bürgerprotest Zuwachs. In Letschin, wo zwei neue Ställe für 30.000 und 90.000 Legehennen geplant sind, hat sich in diesem Frühjahr die Bürgerinitiative Oderbruch gegründet. Wir freuen uns darauf, unsere Kräfte zu bündeln im Widerstand gegen die Flut von Massenmastanlagen, die das Oderbruch überschwemmt.