Noch mehr Quälerei

Kurz vor Weihnachten gab es schlimme Bilder aus der brandenburgischen Putenmast. Jetzt legt der Spiegel nach. Die Bilder sind noch schlimmer. Und in Farbe. Wollen wir so etwas den Tieren und den Angestellten und unserem Dorf zumuten? Es gibt wohl mehr Gründe anzunehmen, dass es in Reitwein nicht anders aussähe, als von einem respektvollen Umgang mit den Puten auszugehen.

Seuche um Seuche – Update

Nach einer Mittelung des ZDG (Zentralverband der Geflügelwirtschaft) wurden bundesweit zwischenzeitlich mehr als 300 000 Geflügel aufgrund der Geflügelpest gekeult. Davon allein 194 300 Tiere im Kreis Cloppenburg, überwiegend Puten. Im Kreis Cloppenburg hat das Veterinäramt mehrfach Bedenken gegen die massive Massentierhaltung geäußert und drängt darauf, dass der Bestand dort auf Dauer reduziert wird.

Seuche um Seuche

Inzwischen sind in Brandenburg 444 Fälle der Afrikanischen Schweinepest bestätigt.
Gleichzeitig müssen im Amt Neuzelle nach dem Fund einer infizierten BlessgansHobbyhalter wieder ihr Geflügel einsperren.
Neueste Zahlen aus dem Kreis Cloppenburg in dem Zusammenhang: Es sind dort jetzt 14 Betriebe von der Geflügelpest betroffen, 171 000 Puten wurden bislang gekeult.
Das ist für uns aus zwei Gründen interessant: Erstens ist der Blick in den Landkreis Cloppenburg ein Blick in unsere düstere Zukunft. Dort lässt sich anschauen, was MOL blüht, wenn wir nicht aus den Fehlern in Niedersachsen lernen. Dort gibt es lauter Massentierhaltungsanlagen, viel Geflügel und viele Probleme, nicht zuletzt mit nitratverseuchtem Trinkwasser und jetzt mit gekeulten Tieren. Aber es betrifft uns noch direkter. Denn wie wir alle von seinen Besuchen unseres Orts mit seinem Cloppenburger Audi wissen, kommt unser Investor aus genau diesem verseuchten Landkreis.

Baustopp vor Gericht

Die Landwirtschaft Golzow ist nicht einverstanden mit dem Baustopp, den das Bauamt in Reitwein verhängt hat. Die Sache liegt jetzt beim Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder). Das Gericht hat die Familien, die den Baustopp beantragt hatten, eingeladen, sich zu äußern. Die Gemeinde Reitwein will beantragen, dass auch sie beigeladen wird.

Jahr endet ohne Putenmast

Wer hätte das im Frühjahr gedacht? Reitwein ist auch Ende 2020 ohne Putenmast!

Seit Antragstellung sind vier Jahre vergangen – das bedeutet 200.000 Puten, die dank unseres Widerstands in Reitwein nicht gelitten haben. Ein Erfolg, den uns niemand nehmen kann, egal wie es weitergeht.

Die Bürgerinitiative möchte allen danken, die 2020 mitgedacht und mitgemacht haben. So viele in unserem Ort, aber auch von außerhalb haben geholfen. Wir freuen uns über jeden Rat, über Zeit und Tatkraft und jede Spende, die uns direkt und über die Stiftung Oderbruch erreicht. So viele haben mitgeholfen. Zu viele, um sie an dieser Stelle alle einzeln nennen zu können. Ihr alle, Sie alle sind gemeint, wenn wir sagen: Danke!

Wir wünschen allen ein möglichst sorgenfreies 2021, am liebsten mit einem endgültigen Erfolg im Kampf für unser schönes Dorf, die Tiere und die Umwelt.

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Putenmastanlage in Roddahn – eine Warnung für Reitwein

Gerne zeigen wir ins Ausland, wenn es um Missstände geht. „Besser so eine Putenmast steht hier, in Polen geht es den Tieren wirklich schlecht“, heißt es immer wieder. Dabei müssen wir bei der Suche nach schlimmen Verhältnissen nicht weit schauen. Auf der anderen Seite nicht etwa der Grenze, sondern unseres eigenen Bundeslandes ist das, wogegen Reitwein kämpft, längst Wirklichkeit. Die Putenmastanlage in Roddahn wird vom Vorsitzenden des Verbands Deutscher Putenerzeuger betrieben. Wenn der Spiegel mit seinen Recherchen Recht hat, dann geht es dort weder den Tieren noch den Anwohnern gut. Auch nicht den wenigen, die durch die Anlage Arbeit finden. An die Gesetze scheinen sich auch hierzulande viele nicht zu halten. Kämpfen wir weiter für unser Dorf, die Umwelt, die Tiere und eine gute Landwirtschaft ohne Ausbeutung!
Roddahn ist eine Warnung für uns alle. Eine Warnung für die, die dem Link folgen: Die Bilder im Spiegelbericht, der u. a. zeigt, wie kranken Tieren mit einem Knüppel auf den Kopf geschlagen wird, sind schwer zu ertragen.

BAUSTOPP für die Putenmast!!!

Es ist zweifellos unser größter Erfolg bisher: Die Untere Baubehörde hat den Vollzug der Baugenehmigung bis zur endgültigen Entscheidung ausgesetzt. Das heißt, der Putenmäster kann vorerst keine Tatsachen schaffen. Diese Entscheidung bestätigt: Widerstand wirkt – unsere Argumente sind nicht aus der Luft gegriffen – externe Investoren und landwirtschaftliche Großkonzerne können auch in Märkisch-Oderland nicht einfach schalten und walten, wie sie wollen. Weiterlesen…